tesfurcht vertraut machen? — Man wendet gewoͤhn⸗ lich dagegen ein, daß den Kleinen der Sinn des Gelernten nicht immer klar iſt; allein ich halte es auch nicht fuͤr nothwendig, daß Alles, was ſie aus⸗ wendig lernen, bei ihnen gleich zum klaren Begriff werde; Vieles davon kann ohne Nachtheil in ihrem Gedaͤchtniß aufbewahrt werden, bis ein Vorfall, ein äußerer Anlaß es ihnen deutlich macht. Es kommen Augenblicke im Leben, wo jene frommen, fruͤh in das Gedaͤchtniß niedergelegten Gedanken erwachen und uns dann zu einer ſittlichen Kraftäußerung ſtaͤr⸗ ken und ermuntern, deren wir vielleicht nicht faͤhig ſein wuͤrden, wenn der Keim, dem ſie entſprießt, nicht in fruͤheren Zeiten in uns gepflanzt worden waͤre. Und ſelbſt dann, wenn der Buchſtabe des Gelernten in uns wieder verloſchen ſollte, was doch gerade bei dem, was wir als Kinder auswendig lernen, ſelten der Fall iſt, bleibt doch gewiß Vieles von dem, was er bezeichnete, in der Seele zuruck. In wie mancher truben Lebensſtunde hat mich nicht ein Troſtſpruch gekraftigt, an den ich feit Jahren nicht gedacht hatte, und der mir nun, gerade wo er mir Noth that, wieder beifiel! Ich danke es meiner Mutter noch im Grabe, daß ſie mich als Kind viel auswendig lernen ließ, doch, wie
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