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und Spruͤche, unter andern auch die Geſaͤnge des frommen Gellert's auswendig lernen ließ. Das Ge⸗ daͤchtniß iſt die Vorrathskammer, aus der die Seele in reiferen Jahren die Ideen ſchoͤpft, aus denen ſie ſich ihre Lebensanſichten und Grundſätze bildet; wird dieſe Seelenkraft nun nicht in der Kindheit ſorgfäͤltig geuͤbt und entwickelt, ſo ethaͤlt ſie nie die Macht, das Erlernte feſt zu halten, und es ſich in dem Augenblick zu vergegenwaͤrtigen, wo der Geiſt deſſel⸗ ben bedarf, und wer dies nicht kann, fuͤr den iſt Alles, was er weiß und was er gelernt hat, nur ein todtes Capital. Man beruͤckſichtigt in der Er⸗ ziehung das Gedaͤchtniß gewohnlich nur als eine geiſtige Kraft, und beachtet nicht genug, wie unaus⸗ bleiblich die Schwaͤche deſſelben eine Quelle morali⸗ ſcher Vergehungen werden muß, da dann die Kraft mangelt, fromme Entſchluͤſſe und Gefuͤhle in der Seele feſt zu halten, und ihrer eingedenk zu bleiben⸗ Und woran wollt Ihr das Gedaͤchtniß der Kinder beſſer uͤben, als an dem Auswendiglernen frommer Lehren, die, in ihm bewahrt, faſt unausbleiblich fuͤr eine ſpaͤtere Zeit edle Vorſätze in ihnen erzeugen, und ſie mit den erhabenſten Ideen der Selbſtver⸗ läugnung und der Hingebung, der Tugend und Got⸗


