Teil eines Werkes 
7. Band (1830)
Entstehung
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mancherlei leſen zu laſſen. Es iſt mit den vielen Kinderbuͤchern, die jetzt geſchrieben werden, und die man in bunter Miſchung den Kleinen in die Hände gibt, wie mit den vielen und koſtbaren Spielſachen, die ihnen heut zu Tage das Spielen verkuͤmmern, weil ſie die reiche Phantaſie der Kinder einengen, und ihr die Fluͤgel beſchneiden. Wenn ein Kind viel und mancherlei lieſet, ſo verdrängt eine Ge⸗ ſchichte die andere, ohne daß eine aus dem Leſen geſchöpfte Idee in der Seele feſtwurzelt, und die Folge davon iſt, daß der Buchſtabe den Geiſt tödtet. Was man Kindern zu leſen gibt, laſſe man ſie oft, ſo oft leſen, daß der Geiſt des Geleſenen in en ihren uͤbergehe, und unverlierbar ihr Eigenthum werde; denn entbehren kann und ſoll das Kind dieſe Nahrung durch fremde Gedanken ſo wenig, als ſein Körper der Speiſe. Man glaubt, die lieben Kleinen durch Buͤcher klug machen zu koͤnnen; aber gerade dadurch werden ſie dumm; ſie ſollen lernen und nicht wiſſen.

Von unſchatzbarem Werth iſt es auch ſir mich daß meine Mutter bei meiner Erziehung einen alten, aus der Mode gekommenen Brauch in Ehren hielt, und mich viele ſchoͤne geiſtliche Lieder