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Nur dachte ſie dabei an keinen eigentlichen Unterricht, ſie glaubte, der Einzelne muͤſſe erzogen werden, wie Gott das Menſchengeſchlecht erzogen hat, und die Gotteserkenntniß des Kindes muͤſſe an Erzählung, nicht an Lehre geknuͤpft werden. Sie wollte nicht die Religion auf die Moral, ſondern umgekehrt dieſe auf jene gruͤnden, und durch Glauben, Gehorſam und Liebe den Verſtand zu einer Zeit „ wo er noch nicht nach Grunden forſcht, fuͤr die Religionswahrheiten empfaͤnglich machen, deren Begruͤndung durch die Beſtaͤ⸗ tigung der Vernunft er ſich ſelbſt erſt viel ſpaͤter abfor⸗ dert. Die Natur des Kindes begehrt lebendige Darſtel⸗ lung Bild, Geſchichte, nur das Wunderbare und dann das ganz Einfache, Rein⸗Menſchliche macht Eindruck auf Kinder und ergreift ihre Phantaſie. Meine Mutter fand für meine Kinderjahre nichts, was ihren Forderungen an den Bildungsſtoff fur dieſelben ſo entſprach, als eine zweckmäßige Auswahl bibliſcher
Erzählungen, wobei ſie auch den Werth der Liebe in
Anſchlag brachte, die wir Alle zeitlebens für die Buͤ⸗
cher behalten, die wir als Kinder mit Luſt und Liebe
geleſen haben. Man ſollte Kinder auf das Sorg⸗
fältigſte vor jedem raſchen Wechſel der Eindrucke
wahren, und ſich daher auch huͤten, ſie viel und


