Teil eines Werkes 
6. Band (1830)
Entstehung
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Alles, was wir noch an Hausrath beſaßen, blieb in den Haͤnden unſtes Hauswirthes. Duͤrftig bekleidet, mußten wir unſere Wohnung verlaſſen, und da wir in der Stadt kein Obdach zu finden vermochten, verließen wir dieſe, um uns der Willkuͤr der Elemente zu uͤberlaſſen, elender als die Voͤgel des Himmels und die Thiere des Waldes, elender als das Gewürm der Erde, das ſich in ihr zu verkrie⸗ chen vermag.

Die große, ſchoͤne, weite Welt lag vor uns, allein wir hatten keinen Theil an ihr, ſie war fuͤr uns das, was dem Schiffer auf ſtuͤrmiſcher See ein Hafen iſt, in den er, im Verdacht, von der Peſt angeſteckt zu ſein, nicht einlaufen darf. Hoffnungs⸗ los, matt und ſchwach wanderten wir, ohne zu wiſſen wohin, ohne eine Heimath, zu der wir un⸗ ſere Schritte lenken, ohne ein Ziel, das wir zu er⸗ reichen hoffen durften. Langſam dahin wankend, zogen Eliſe und ich abwechſelnd unſern Sohn, der nur an den ebenſten Stellen, wenn wir ihn bei der Hand faßten, zu gehen vermochte. Ich wandte mich an alle vorbei Reiſenden mit der Bitte um Almoſen; es war ja fuͤr Weib und Kind; allein meine Stimme war zu ſchwach, ich fand kein Ge⸗

Tarnow's Schriften VI. 9