Teil eines Werkes 
6. Band (1830)
Entstehung
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ein Zeichen, daß Gottes Gnade ſich nicht ganz von mir gewandt, und als ein Unterpfand ſeines Erbarmens mit meinem Elend das Herz verwandelt habe, und ich eine Willigkeit zum Dulden und Leiden in mir fuͤhle, wie ich ſie frher nie gekannt.

Lieber Eduard, antwortete ſie mir ſanft wei⸗ nend,es wird mir ſchwer, Dich einer ſuͤndlichen Liebe gegen mich und unſer Kind zu zeihen, und doch muß ich es, da ſie fuͤr Dich Verſuchung zu ei⸗ nem Frevel geworden iſt, deſſen Vorſatz in Deiner Seele mich tiefer bekuͤmmert, als alle andere Proͤ⸗ fungen und Truͤbſale unſers Lebens zuſammengenom⸗ men. Moͤge Dich dieſer Vorfall doch zu der Er⸗ kenntniß, wie wenig wir mit unſerer ſittlichen Staͤrke und der Kraft unſerer Grundſätze auszureichen ver⸗ mogen fuͤr die Stunden ſchwerer, ernſter Pruͤfungen, und Du Dich uͤberzeugen, daß es nur eine Kraft gibt, durch die wir die Verſuchungen des irdiſchen Lebens überwinden und beſiegen können: die Kraft des Glaubens. Ich laͤugne nicht, daß dem Men⸗ ſchen nicht auch Erkenntniß zum Wegweiſer ſitt⸗ licher Vervollkommnung, alſo zur Gottſeligkeit wer⸗ den kann, wenn ſie dahin ſtrebt, uns das Weſen der Gottheit, die Natur des Menſchen, die Bezie⸗