Von aller Hoffnung auf Gott und Menſchen verlaſſen, verlor ſelbſt Eliſens Anblick, die wie eine heilige Dulderin unſer Schickſal ohne Murren, ohne Klage ertrug, und nur bemuͤht blieb, mir Geduld und Troſt zuzulächeln, ſeine Gewalt uͤber mich. Ich ſtuͤrzte aus dem Hauſe hinaus in die wilde duͤſtre
Nacht. Wuth, Angſt und Verzweiflung gaben mir
Staͤrke und Kraft. Ich war ohne Waffen, aber feſt entſchloſſen, den Erſten, der mir begegnen wuͤrde, mit meinen Haͤnden zu packen und von ihm, wie
die Loͤwin fuͤr ihr Junges, Nahrung fuͤr mein Kind
zu erpreſſen.
Ich wurde einen Mann gewahr, der in einiger Entfernung vor mir herging; raſch eilte ich auf ihn zu, und ſeinen Arm faſſend, rief ich ihm zu, ſtehen zu bleiben. „Was wollen Sie?“ fragte er mich mit einem eben ſo furchtloſen, als wohlwollenden Ton, „kann ich Ihnen worin dienen?“
Wie ein Blitz ſchlugen dieſe freundlichen Worte durch mein ganzes Weſen; ich ſchwankte, ſtammelte: „Geld! Geld!“ und wuͤrde niedergeſtuͤrzt ſein, wenn der Unbekannte mich nicht gehalten hätte. „Sie waren eben, und wie ich glaube, zum erſten Mal auf einem ſehr ſchlimmen Wege,“ ſagte er mir ernſt;
———————


