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von Ihnen eine Leidenſchaft begriffen zu ſehen, die mir Wohlthat und Seligkeit iſt, ob ſie gleich ſtumm und unerrathen das Herz verzehrt, daß ſich ihr willig zum Opfer weiht?“
Vergeblich ſuchte ich nach einer Antwort, die in ihrer Unbedeutenheit die ernſtere Beziehung die⸗ ſer Worte von uns entfernte. Wie von einem Blitz getroffen durchzuckte mich ein Gefuhl, deſſen Bebung in räthſelhafter Miſchung von Schmerz und Gluͤck ich nicht darzuſtellen vermag. Er ſah meine Verlegenheit und, in ihr vielleicht erſt die Unziemlichkeit jener Aeußerung erkennend, wandte er ſich raſch ab und vermied es, den übrigen Theil des Abends ſich mir wieder zu nähern.
Eine Träumerei, aus der ich mich nicht zu reißen vermochte, bemaͤchtigte ſich meiner, und mir ward erſt wieder leichter, als ich mich am Abende einſam auf meinem Zimmer befragen konnte, wie ich Biel's Aeußerung zu deuten habe. Ich glaube es nicht, daß er mich liebt; aber ſein Herz weiß nicht um die ihn drohende Gefahr, und welche hei⸗ lig ernſte und ſtrenge Pflicht muß es mir ſein, den Frieden eines achtungswerthen Mannes zu ſchonen


