Teil eines Werkes 
6. Band (1830)
Entstehung
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Den 30. Maͤrz.

Es wurde geſtern Abend viel von einem unga⸗ riſchen Rittmeiſter geſprochen, der vor einigen Ta⸗ gen ſeine wunderſchoͤne, von ihm leidenſchaftlich ge⸗ liebte Frau ermordet hat. Ich ſaß am Clavier; Biel, der eben ein Duett mit mir geſungen hatte, ſtand noch hinter mir, den Arm auf meinen gelehnt. „Wie wenig,“ ſagte er, zu mir ſich — „begreifen doch dieſe bis zur Plattheit glatten Men⸗ ſchen die Energie der Leidenſchaft, die dies tngiſch Ereigniß erzeugte.“

„Sollte nicht auch wahre Bildung ein furcht⸗ bares Aufflammen ſtrafbarer Menſchaft zu verhin⸗ dern vermoͤgen?“ fragte ich.

„Nein, denn ſobald ſie dieſe Kraft des Her⸗

zens unterdruͤckt, kann uns keine Große mehr er⸗

ſcheinen.“

Aus ſeinem Ton klang eine ſo tiefe, ſo unru⸗ hig bewegte Empfindung, daß ich mit einigen un⸗ bedeutenden Worten das Geſpräch abzubrechen ſtrebte und aufſtand; aber, indem ich mich erhob, fliſterte er mir zu: „kann mich denn die Hoffnung trugen,