Verlachen jeder hoͤhern Wuͤrdigung des Lebens irre machen, da ich es ja täglich ſehe, wie dieſen Men⸗ ſchen, bei allem ihren Streben, ihrer Kunſt und ihrem Wiſſen, doch eigentich nichts gedeiht. Sie ſind ſo vielfach beſchäftigt, ſo zerſtreuet, ſo zerſpal⸗ ten in ihrem Leben, Wollen, Wuͤnſchen, Streben und Wirken, daß ſie die Einheit gar nicht mehr ahnen, in deren ſtillem Frieden das menſchliche Ge⸗ muͤth ſich ſammeln und beglucken ſoll. Vielerlei Wiſſen macht ja nicht den Werth des Menſchen aus, ſo wenig wie Vielerlei Beſitzen ſein Gluck; Beides iſt im Gegentheil unheilbringend und zerſtu⸗ ckelt ſein Daſein, ſobald er in ſeinem Gemuͤth nicht einen feſten, mit inniger Liebe klar erſchauten Mit⸗ telpunkt hat, von dem ſein Wollen und Streben ausgeht und zu dem es jenes zuruͤckfuͤhrt. Jedes menſchliche Weſen, es ſei Mann oder Frau, hat ſeinen eignen, ihm von Gott angewieſe⸗ nen Beruf; wer die auf dieſen ſich beziehenden Ge⸗ genſtaͤnde kennt, iſt aufgeklaͤrt, ſei der Kreis, der ſie umfaßt, vom Schickſal und Verhaͤngniß auch noch ſo enge gezogen; wer dieſe Erkenntniß auf ſeine Gluͤckſeligkeit anwendet, iſt weiſe; wer ſie mit Liebe erfaßt, gluͤcklich. Einen ſolchen Berufskreis des
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