—
dieſe Eide ſtill in ſich beſchloſſen, vollendete ſich ſein — Daſein in ungetruͤbtem Frieden.
Sophiens Grab und ihre Trennung von Treu⸗ burg wandten Thereſens Sinn mehr von dem aͤu⸗ ßern Leben ab, als man es der hoffnungsvollen, zum thaͤtigen Wirken berufenen Jugend gut heißen kann. Sie war ſehr einſam und blieb es im Laufe der nächſtfolgenden Jahre, und obgleich, von ihrer Schönheit angezogen, mehrere Maͤnner ihre naͤhere Bekanntſchaft ſuchten, wußte ſie doch jeder Erkläͤ⸗ rung ihrer Abſichten vorbeugend auszuweichen. Ihr Vater ließ ſich dies gefallen, da ſie in einem welt⸗ lichen Fräuleinſtift einen Platz beſaß, der ihr nach ſeinem Tode ehrenvolle Unabhängigkeit und Wohl⸗ habenheit ſicherte.
Nach vier Jahren brach der Krieg aus und ihr Vater erhielt Marſchordre. Waͤhrend ſeiner Abwe⸗ ſenheit bot ihr ihr Stift den anſtaͤndigſten Aufent⸗ halt. Er hatte noch Zeit, ſie dahin zu begleiten und war Zeuge, wie ſie in ihrem neunzehnten Jahre den Schleier empfing.
Zwei Jahre ſpäter ward das Stift aufgehoben und ſeine Bewohnerinnen entlaſſen. Thereſens Va⸗ ter kampfte in einem fernen Lande und ſie nahm


