Verzweiflung fort, „wie ſie ſtarb? — ich, ich bin ihr Moͤrder und als mein Opfer ruht ſie hier!“
Thereſe hatte von dem Profeſſor N. erfahren, durch welche Unvorſichtigkeit Treuburg fruͤher den Grund zu Sophiens Kraͤnklichkeit gelegt hatte; aber der Gram, der eigentlich ihr Herz gebrochen hatte, war als ein Geheimniß zwiſchen ihr und dem Ge⸗ liebten unverrathen mit ihr in ihr ſtummes Grab verſenkt.
Thereſe ſenkte ihr Haupt auf ſeine Hand nie⸗ der, in der die ihre noch ruhte; „ich weiß,“ ſagte ſie ſanft tröſtend, „zu welcher Anklage ein ungluͤcklicher Zufall das Zartgefuͤhl meines Freundes verleitet; aber —“
„Nein, nein,“ ſchrie er furchtbar auf, „Du weißt nichts; aber der Engel ſtrafender Vergeltung fuͤhrt Dich her. Blick auf,“ rief er, und riß ſie empor, „die hier ſchläft, war treu bis zum Tode. Keine Krankheit, nur Gram brach ihr Herz, Gram um mich, deſſen Herz in frevelnder Vergötterung einer Andern gehoͤrte, und dieſe Andere — biſt Du!“
Er ſank hier vor Thereſen nieder und barg ſein Geſicht in ihr Gewand. „Barmherziger Gott!“ rief ſie, die Hände gen Himmel hebend; aber als habe


