Teil eines Werkes 
6. Band (1830)
Entstehung
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wenn es ſich dem Geliebten gegenuͤber um dieſe Macht verarmt fuͤhlt?

Sophie ward hoffnungslos krank und ihr wun⸗ des Herz umfaßte den Gedanken des Todes mit ſtiller Freudigkeit. Treuburg verließ ſie nicht; un⸗ ermuͤdet in ihrer Wartung, ihrer Pflege, ihrer Er⸗ heiterung, erhellte er ihre letzten Lebenstage mit ei⸗ nem ſo ſanften Schimmer, daß ſie dieſen oft als die Morgenroͤthe ihrer Seligkeit pries.

Jetzt erſt erkannte er, wie er geliebt worden war; jetzt erſt enthuͤllte ſie ihm ihr ganzes Herz in der Tiefe ſeines Gefuͤhls und ſeines Grames. Ver⸗ geblich zeigte ſie ſich ihm verſoͤhnt mit ihrem Schick⸗ ſal und ganz Liebe, ganz Dank gegen ihn; nichts ſchuͤtzte ihn vor der Verzweifelung des Bewußtſeins, ſie getödtet zu haben.

Es war an einem ſchoͤnen, warmen Maiabenb, als Sophie ihren Vater und ihren Geliebten fruher denn gewoͤhnlich von ſich ließ, weil ſie, wie ſie ſagte, ſich muͤde fuͤhle und ſanft zu ſchlafen hoffe. Johanna blieb allein bei ihr. Johanna, die in den eilf Wochen ihrer Krankheit das Zimmer der gelieb⸗ ten Schweſter nicht verlaſſen, in eilf Wochen keine Nacht geſchlafen, keine Erquickung, keine friſche