dern Gefahr konnte bei dem ernſt ſchönen und ſtren⸗ gen Ehrgefuͤhl, das der Leitſtern ſeiner eigenen Ju⸗ gend geweſen war, nicht in ihm aufkommen. Thereſe dachte, weil ſie bei den ihr von ihrer Kindheit an eingepraͤgten Anſichten eben ſo hätte denken muͤſſen, gar nichts, und Treuburg ſelbſt hielt ſich durch ſeine Verhaͤltniſſe gegen jede Gefahr geſichert, die einem, fuͤr Frauenreiz und Liebesgluͤck ſo empfunglichen jun⸗ gen Mann, wie er, ſonſt aus dem täglichen, unge⸗ zwungenen Umgang mit einem hoͤchſt liebenswuͤrdigen, in immer holderer Anmuth und reinerer Guͤte auf⸗ bluͤhenden Maͤdchen haͤtte erwachſen können.
Erſt wenige Monate vor Thereſens Ruͤckkunſt in das väterliche Haus war er zu dem Regimente ihres Vaters verſetzt. Fruͤher war M. ſeine Gar⸗ niſon. Hier lernte er Sophie H. kennen; ſie gefiel ihm, und dies Gefallen verlebendigte ſich in ihm durch die Bemerkung, daß einer ſeiner Cameraden mit gleichem Eifer um ihre Gunſt warb. Sophie und ihre Zwillingsſchweſter Johanna waren die Toch⸗ ter eines reichen Kaufmanns, der ihnen in der Wahl ihres kuͤnftigen Gatten voͤllige Freiheit, doch mit dem Vorbehalt, nie einen Officier zu wäͤhlen, zugeſichert hatte. Er haßte dieſen Stand entſchieden, weil ſeine


