Nur noch die aͤußerſte Erſchoͤpfung ihrer Gei⸗ ſtes⸗ und Körperkraft, nur das todtenaͤhnliche Er⸗ matten von Seele und Leben gewährte ihr die Ruhe des Schlafes; aber nichts iſt trauriger, als das Er⸗ wachen des Ungluͤcklichen. Noch ehe ſich die Seele von den Banden des Schlummers losgewunden hat, fuhlt man ſchon, ſo wie ſie beginnen, ſich zu loſen, im Allgemeinen, daß man leidet und in dem allmä⸗ ligen Uebergange vom Zuſtande des Schlafes zu dem des Wachens und der volligen Beſonnenheit wird dies Gefuͤhl ſo lebhaft, daß man dann ſein Elend jedesmal wie ganz neu mit verboppelter Ge⸗ walt empfindet.
Der Gedanke, zu ihm zu eilen, ſich ihm zu
erkennen zu geben und dadurch einen Verſuch zu ſeiner Rettung zu wagen, war ihr nicht fremd; aber ſie war in dem Zeitraume ihrer Trennung bis zur Unkenntiſchkeit veraltet; Gram und Elend hatten jede Anmuth ihres Weſens vernichtet, und mit dem Bewuftſein ihrer Liebenswuͤrdigkeit verliert eine Frau auch das Vertrauen zu ſich ſelbſt, und den Glauben an die Macht der Liebe. Dazu kam noch, daß Theodor ſelten nuͤchtern und faſt nie allein war.
*
— ——


