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Antwort, und hätte Thorilde ſeine heilige Kraft em⸗ pfunden und gekannt; hätte ihr nicht bei aller ihrer Trefflichkeit dieſe Stutze, dieſe einzige zuverlaͤſſige Grundlage der Tugend und der ſittlichen Freiheit im weiblichen Gemuͤth gefehlt, ſo haͤtte ſie ihr Schick⸗ fal beſiegt, ſtatt ihm zu erliegen. So aber vermag das Wort nicht das Entſetzen ihres furchtbar em⸗ poͤrten Daſeins darzuſtellen und die Barmherzigkeit Gottes behuͤte jedes menſchliche Weſen es zu em⸗ pfinden. Und doch gab ſelbſt dieſe entſetzliche Qual Thorilden das Gefuhl des Lebens zuruͤck. Sie ſah Theodor, von ihm ungeſehen, täglich, und oft bte ſein Blick, ſein Gang, ſein Ton eine Gewalt uͤber ſie, vor der ſich die Verſteinerung ihres Lebens in heiße Thränenſtroͤme auflöſete.
Zuweilen glaubte ſie nicht an ihr Ungluͤck; es ſchien ihr zu groß, um wirklich ſein zu können; ſie waͤhnte dann, es ſei nur ein Traum und harrte in namenloſer Angſt des Erwachens aus ſeinen Schre⸗ cken — aber ach! dieſem Augenblicke des Wahns folgte nur zu bald der erneuerte Druck der Wiek⸗ lichkeit, der wie eine Felſenlaſt ihre Seele preßte, ohne daß ſie ſich unter ihm zu erheben vermochte.


