Teil eines Werkes 
5. Band (1830)
Entstehung
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Als ſie aber am Morgen erſtand, erſchrak fie vor dem innerlichen Schmerze, den ſie tief, tief im Herzen empfand und der in ihrem Innern Vieles umwandelte, ohne daß ſie dieſen Wandel begriff. Ein neues, unbegreifliches Elend war uͤber ſie ge⸗ kommen; ſie empfand deſſen laſtenden Druck, allein es gehorte dieſer Außenwelt nicht an und ſie hatte fur daſſelbe in ſeiner raͤthſelhaften Innerlichkeit kein Wort und keinen Begriff; ihr war aber, als ſei die Wurzel ihres Daſeins in ihrem Herzen ausge⸗ riſſen und ihr Leben zum hohlen Traumbild ge⸗ worden.

Zufaͤllig fiet ihr Blick auf den Ring an ihrer Hand, ſie ſah, daß der Goldreif geſprungen war, wenn er gleich, trotz des Riſſes, noch feſt an ihrem Finger ſchloß. Da traf der giftigſte aller Pfeile ihr Herz ſie fuͤhlte, Theodor ſei fuͤr ſie verloren, und nun war die Schöpfung ihres feindſeligen Ge⸗ ſchicks vollendet.

Thorildens Entfernung aus dem Schloſſe der Baronin hatte auf Theodor einen eben ſo verderb⸗ lichen, als leidenſchaftlichen Eindruck gemacht, da