des Unterhalts zu decken vermochte, ſo daß Thorilde es ſich gefallen laſſen mußte, ſich ihren Aufenthalt in ſeinem Hauſe und ihre Theilnahme an dem Un⸗ terrichte, den ſeine Kinder erhielten, als eine Barm⸗ herzigkeit und ein unfreundlich gegebenes Gnadenbrod anrechnen zu laſſen.
Nichts laͤhmt in jedem Lebensalter ſo die Kraft und das Vertrauen, als die Gemeinheit derer, mit denen wir im täglichen, unausweichlichen Verkehr mannigfaltig verflochten ſind, und ſind wir nun gar von ſo rohen, dem Schoͤnen feindlichen und es in Haß und Unglauben von ſich weiſenden Naturen abhaͤngig; iſt Gehorſam gegen ſie, Ergebung in ihren Willen, Eingehen in ihre Launen unſre Pflicht, ſo iſt es fur ein weibliches Gemuͤth faſt unmoͤglich,
ſich das Gefuͤhl der Menſchenwuͤrde und in dieſem
Selbſtſtändigkeit und Adel zu retten.
Auch Thorilde konnte dem unvermeidlichen Un⸗ heil eines ſolchen Schickſals nicht ganz entgehen. In einer ſpäteren Lebensperiode wäre ſie daran zu Grunde gegangen; doch in der Jugend, dieſem ro⸗ mantiſchen Lebensgedicht voll Zauber, Liebe, Hoff⸗ nung und Begeiſterung, beſiegt man jedes äußere
Schickſal, weil man den Gruß der Natur verſteht,


