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Unwuͤrdigkeit und nicht Ungluͤck mir den Frieden meines Gemuͤths zu rauben vermoͤchte. Ich bin keinesweges gleichguͤltig gegen den Verluſt meines Vermogens; wenn ich aber bedenke, wie klein die Zahl der Menſchen iſt, die das Gluͤck zum Wohl⸗ leben und zum Ueberfluß beſtimmt, und wie ich, die Kinderloſe, die Witwe, ſo viel leichter, als viele Andre, den Anſpruch der Gewohnheit daran aufzu⸗ geben vermag, ſo bin ich ruhig ergeben in mein Loos, und voll Freude, daß ich jetzt, wo das Schick⸗ ſal mir die geliehenen Guͤter abfordert, vor ihrer bisherigen Benutzung nicht zu errothen brauche. Bleibt mir doch bei aller kuͤnftigen aͤußern Beſchraͤn⸗ kung der Segen eines reinen Herzens, und das iſt viel, ja Alles, Likolf, für den, der es ſo tief, wie ich empfunden hat, wie wenig oft das, was die Welt Gluͤck nennt, wahres Gluͤck zu gewähren ver⸗ mag, und wie die conventionellen Formen unſerer Lebensweiſe das Innere und Energiſche unſerer Seele in Ketten legen, die mich oft bis zum Ermatten wund gedruͤckt haben. Auch bleibt mir ein unver⸗ tierbarer Schatz ſchoner Lebensbilder und theurer Er⸗ innerungen — zu ihnen gehoͤrt auch Ihr Bild,
Likolf. Sie werden mich nie vergeſſen, und


