Teil eines Werkes 
5. Band (1830)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſich verbreitete, ſah er heut zum letzten Mal, und ihr, wie die Sonne Freude und Segen ſtrahlendes Daſein verſank mit dieſem Tag, vielleicht fuͤr immer, in die Nacht dunkler Verborgenheit! Er konnte ſich mit dieſem Gedanken nicht verſoͤhnen; ſie ſah ſeine tiefe Bewegung und reichte ihm mit der ſtillen Milde eines Engels ihre Hand.Wie ſoll ich es Ihnen danken, mein theurer Freund, ſagte ſie ihm geruͤhrt, daß Sie mir den Weg, den ich kunftig zu wan⸗ deln habe, ſo troͤſtend erheitern, indem Sie mir die Gewißheit ſchenken, Sie im Genuß neu erworbenen Gluͤckes, und in der Sicherung inneren Friedens zuruͤckzulaſſen?

Likolf war einer jener Maͤnner, die in der Ju⸗ gend der irdiſchen Luſt faſt unbegrenzte Gewalt uͤber ihr Gemuͤth einräumen, weil ſie ſich durch ihren Genuß bilden zu koͤnnen glauben. Zu edel jedoch, um aus ihr dauernde Befriedigung ſchoͤpfen zu koͤn⸗ nen, erwachte in ſeiner Seele der Wunſch eines wuͤrdigeren Gluͤckes, und die unbeſtimmte Begehr⸗ lichkeit ſeines Strebens richtete ſich in einem folgen⸗

den Zeitpunkte ausſchließlich auf jene Guͤter, die

Kraft und Ehrgeiz zu gewinnen vermoͤgen. Er mußte aber auch hier den Verluſt erleiden, der dem