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Gegen Mittag erſt trennte man ſich in der Er⸗ wartung, ſich am Abend bei dem Fuͤrſten R. wie⸗ der zu ſehen, der, ein warmer Verehrer der Gräfin Adlerſtein, die Gelegenheit, ſie am heutigen Tage als die Königin eines ihr zu Ehren gegebenen Fe⸗ ſtes bei ſich zu ſehen, nicht unbenutzt laſſen wollte. Mit unbeſchreiblicher Innigkeit entließ Thorilde ihre Freundinnen. Es war, als lege ſie ihr innerſtes Herz und die tiefſte Fuͤlle ihrer Liebe mit ganz neuer Wärme in den Dank fuͤr den heutigen Morgen, und die wenigen, aber ernſt beziehenden Worte, mit denen ſie jede einzeln umarmte. Sie klingelte, als ſie ſich allein ſah, und befahl, ihr die eingelaufenen Briefe zu bringen. Unter der Menge derſelben wa⸗ ren zwei, die ihre Theilnahme beſonders anregten; der eine enthielt die Zuſicherung einer Verſorgung fuͤr den alten Diener, den ſie ſeit zehn Jahren we⸗ gen ſeiner Treue und Anhaͤnglichkeit werth hielt, und der andre die Nachricht, daß der Verlobte ihrer Kammerjungfer, die ſie als Waiſe zu ſich genommen und ſelbſt erzogen und gebildet hatte, auf einem ehe⸗ maligen Gute ihres verſtorbenen Gemahls zum Pre⸗ diger gewaͤhlt worden war, und das einſtimmig, ſo⸗ bald die Bauern es erfuhren, daß ihre ſo geliebte,


