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„Dieſe Gewißheit der Treue iſt mir jetzt in meiner Sterbezeit mehr Buͤrge fuͤr meine Unſterblichkeit, als alles Andre, was ich je daruͤber geglaubt, gedacht und empfunden habe. Meine Seele hat nur Einen Grund⸗ ton: — Liebe — ſie kann nicht vernichtet werden. Treue und unbedingte Hingebung waren bei mir nie ein Ver⸗ dienſt, nie eine Tugend, ſie ſind mein Weſen ſelbſt. In Liebe habe ich gelebt, in Liebe werde ich ſterben, und auch, ſo wahr Gott die Liebe iſt, in Liebe einſt wieder auf⸗ erſtehen.“
„Ich weiß, wie heilig Euch Allen meine letzten Wuͤn⸗ ſche und Bitten ſein werden, und möchte Euch, meine einzig Lieben, ſo Vieles, Vieles ſagen. Mein Herz iſt voll, meine Seele ſtark, mein Geiſt freudig, aber mein Leben iſt matt, meine Bruſt wund und hohl.“
„Nimm Du mich zuerſt an Dein Herz, Du meine reinſte, beſte Freude, Du frommes, reines Herz, Du Seele ohne Makel und ohne Schuld, meine Charlotte. Mein letzter Seufzer wird noch Dein Name ſein, und Dank gegen Gott, der mir in Dir mehr gab, als ich je verdient habe. Liebſte Charlotte, Seele meiner Seele, o dieſe Trennung von Dir, ich fuͤhle es in dieſem Augen⸗ blick, ſie iſt wie ein Riß durch ein lebendiges Herz. Du wirſt mich nie vergeſſen, in mancher truͤben Stunde wirſt Du zu meinem Bilde gehen, und getroͤſtet und gekraͤftigt davon zuruͤckkehren. Du haſt in unſter Freundſchaft eine Gewißheit, wie Himmelsluft, in Dich geſogen, daß nun nie Unwerth und Treuloſigkeit Deinen Glauben an


