Teil eines Werkes 
3. Band (1830)
Entstehung
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Lieben mit dem Gedanken an ihren Verluſt auszu⸗ ſohnen.

Sie ſchrieb ihr Teſtament mit eigner Hand nieder, und einige Stellen deſſelben moögen hier als das treueſte Gemälde ihrer Stimmung ſtehen. Am Morgen des Ta⸗ ges, an dem ſie es ſchrieb, hatte ſie von ihrem Arzt den Ausſpruch erfahren, daß ſie das Fruͤhjahr nicht mehr erleben wuͤrde.

Den 4. Januar.

Ich ſtehe alſo am Ziele, aber noch iſt es mir vergoͤnnt, mich nach Euch, Ihr Geliebten meiner Seele, Troſt und Stolz und Freude Eurer Natalie, im Tode wie im Leben umzuſehen. Noch erreicht Euch meine Stimme, aber wenn das Siegel dieſes Blattes einſt ge⸗ loſet wird, dann tönt ſie nur noch aus meinem Grabe dumpf zu Euch empor. Doch was der Raub dieſes Grabes wird, iſt nicht das, was Ihr an mir liebtet, und was Euch lieben wird, ſo lange mein Ich, dies innere, wahre, anerkannte Ich, in irgend einer Form des Daſeins beſtehen wird. O, wie habe ich Euch geliebt! wie liebe ich Euch! Wie ſelig geruͤhrt verſammelt Euch mein Geiſt in dieſer Minute um mich; wie gluͤcklich macht es mich, ſagen zu koͤnnen, daß ich immer in meinem Leben, und in jedem Verhaͤltniß deſſelben treu war! O, wenn Ihr Alles von mir vergeſſen könnt, ſo werden doch gewiß Mi⸗ nuten kommen, wo jeder von Euch ſich ſagen wird: das Herz, das mich am innigſten und liebte, ruht nun im Grabe,