Teil eines Werkes 
3. Band (1830)
Entstehung
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Ploͤtzlich und ruͤhrend trat vor ſeine Seele jetzt das Bild der ihm faſt entfremdeten Zeit, und er er⸗ kannte ihre Treue und ihre Liebe; da umfaßte er ſie von Neuem, und in einer langen ſtummen Umar⸗ mung ruhten Beide weinend an einander.

Um Gottes willen, rief hier ihr Fuͤhrer,wir haben keinen Augenblick zu verlieren! Jede Minute Verzug droht mit dem Tode.

Dieſe Erinnerung an Valuda's Gefahr gab Nata⸗ lien ihre Faſſung wieder. Sie ſagte ihm in wenig Wor⸗ ten, was er wiſſen mußte, und gab ihm ihr Taſchen⸗ buch, in dem er fernere Anweiſung, Wechſel und Lot⸗ tens Gemaͤlde fand. Dann faßte ſie zum Lebewohl ſeine Hand, druͤckte ſie noch einmal an ihr Herz, noch einen Blick, und nun, ehe er mit einem Worte Ab⸗ ſchied von ihr nehmen konnte, war ſie durch die eine Thuͤr verſchwunden, während ihr Begleiter ihn raſch durch die andre fortzog.

Natalie verweilte noch einige Wochen bei Victorinen und ihrem Gatten, dann kehrte ſie nach Gremlin zu⸗ ruck, um dort in den Armen ihrer Charlotte die Stunde ihres Todes mit ſtiller Freudigkeit zu erwarten.

Sie fuͤhlte es, daß ſie jetzt am Ziele ſtand, und ſehnte ſich in der Bluͤthe und der Fuͤlle der geiſtigen Kraͤfte mit unendlicher Liebe nach der Stunde der Vollendung.

Mit großer Ruhe und Heiterkeit ordnete ſie ihren Nachlaß, und wandte alle ihr noch uͤbrige Zeit an, ihre