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luda nur noch allein, ſeine noch nicht geheilten Wun⸗ den hatten ihm das furchtbar grauſame Gluͤck ver⸗ ſchafft, ſie Alle zu uͤberleben. Nataliens Plan und ihre getroffenen Anſtalten konnten hier allein Rettung moͤglich machen.
Nach unzaͤhligen, beſiegten Schwierigkeiten und Gefahren ſah Natalie endlich die Mitternacht her⸗ einbrechen, die zu ſeiner Befreiung beſtimmt war. Tod und Seligkeit im Herzen folgte ſie, tief ver⸗ huͤllt ihrem Fuͤhrer zu dem grauſigen, dumpfen Ker⸗ ker, wo ſie beim Schein der mitgebrachten Leuchte Valuda auf Stroh gebettet, und in ſchwere Feſſeln geſchmiedet, erkannte. Stumm ſank ſie vor ihm nieder, ſeine Feſſeln zu löſen. „Sie ſind ftei,“ ſagte ihr Begleiter zu ihm; „was keine andre Macht vermocht haͤtte, iſt der Macht der reinſten Guͤte und der edelſten Liebe gelungen.“ ²
„O Wunderwerk der Liebe!“ rief Valuda, und zog ſie mit dem ſchon befreieten Arm an ſein Herz, „o meine Lotte, wie ſoll ich Dir danken!“
Nach ſechsjaͤhriger Trennung ſah Natalie jetzt den Mann wieder, dem ihre Seele angehörte und dem ihr ganzes Leben geweiht war, ſie lag in ſeinem Arm, ſie fuͤhlte ſich von ihm mit inniger Liebe an ſein Herz gedruckt, aber nur, weil er in ihr eine Andre, ſeine Geliebte, ſeine Braut zu umfaſſen glaubte.
„Nein,“ ſagte ſie leiſe, und ſchlug ihren Schleier zuruͤck, „ich bin's, Valuda.“


