Teil eines Werkes 
3. Band (1830)
Entstehung
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Menſchenherz werden zu erſchuttern vermoͤgen. Eine Freundſchaft, wie die unſre, iſt fur mehr als Eine Welt. Das Grab trennt uns nicht; wir bleiben vereint. Wirſt Du einſt Gattin und Mutter und welches Maͤd⸗ chen iſt mehr geeignet, in beiden Verhaͤltniſſen das Bei⸗ ſpiel der edelſten, begluckendſten Pflichterfullung zu ge⸗ ben? ſo gib Deiner älteſten Tochter meinen Namen, und liebe mich in dem Kinde fort, wie ich gewiß auch auf irgend eine Art mit Dir verbunden bleiben werde. Verſprich mir auch, ſo lange Du lebſt, meinen Geburts⸗ tag zu feiern, ſollte ich dort oben den ſiebenten April wohl vergeſſen lernen?

In Pinſicht Deiner Trauer uͤber meinen Verluſt vertraue ich Deinem frommen Gott ergebenen Sinn. Ich habe zuweilen geſehen, daß man Kindern Verletzun⸗ gen mit friſcher Erde kuͤhlt, auch mir, auch meinem ar⸗ men wunden Herzen wird ſie wohl thun. Von allen Fähigkeiten meiner Seele iſt nur eine ganz entwickelt, ganz geuͤbt worden: die Fähigkeit zu leiden. Weine da⸗ her um mich, aber laß es ſanfte Thränen ſein. Schone Dich, haͤnge Deinem Gram nicht nach. Es iſt meine letzte Bitte; ſie wird Dir heilig ſein.

Und ſo empfange denn mein letztes Lebewohl, Got⸗

tes beſter, beſter Segen uber Dich, ich lege meine ganze Seele, mein Herz voll unausſprechlicher Liebe in dieſes Lebewohl. Wo ich auch ſei, wie ich auch fortdaure, ich will nie mehr mein ſein, als ich De in bin und bleibe.