Teil eines Werkes 
3. Band (1830)
Entstehung
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mit Gewißheit, daß er noch lebe, und mit mehreren ſeiner Gefaͤhrten nach der Feſtung Weſel abgefuͤhrt ſei, wo man nur ſeine Geneſung erwarte, um das ſchon gefaͤllte Todesurtheil zu vollziehen.

Der Tag dazu war ſogar ſchon feſtgeſetzt und nahe. Natalie eilte Tag und Nacht. Kein Schlum⸗ mer ſchloß ihr Auge, keine Nahrung kam uͤber ihre Lippen. Die Liebe gab ihr Muth, die Liebe gab ihr Kraft; der Kampf zwiſchen der tiefſten Hoff⸗ nungsloſigkeit und der inbruͤnſtigſten Hoffnung er⸗ hielt ſie aufrecht, weil er ihr keine Minute uͤbrig ließ, ihre Ermattung und Anſtrengung inne zu wer⸗ den. Sie war in dieſen ewig unvergeßlichen Tagen nur Seele.

Ein neues Leben drang wie eine geiſtige Arz⸗ nei durch alle ihre Adern, als ſie erfuhr, Theophil, er, dem ſie einſt mit ſo viel Gefahr und Aufopfe⸗ rung Gattin und Kind rettete, ſei Commandant der Feſtung und Victorine zum Beſuch bei ihm.

Ihr Weg fuͤhrte ſie durch B., wo Valuda's Braut wohnte. Ein heißer Schmerz durchzuckte Natalie, als ſie daran dachte und ſich eingeſtehen mußte, die Gluͤckliche habe den naͤheren Beruf, ihn zu retten, und es ſei fuͤr ſie Pflicht, ihr zu wei⸗ chen, wenn ſie ihr Recht auf dieſes Gluck guͤttig machen wollte.

Schriftlich bat ſie ſie um eine Unterredung ohne Zeugen, und ging dann, der erhaltenen Einladung