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Sie ehrte dieſe Ahnung als den Wink eines hei⸗ ligen Schickſals, und harrte in ſtiller Ruhe ihrer Deutung. Monate verrannen aber und wurden zu Jahren, ohne daß irgend eine Pflicht, irgend eine Sorge ſie wieder zu einer nähern Befreundung mit den Angelegenheiten der Erde genoͤthigt hätte. In ſanfter Stille, ohne Anſpruͤche an das Leben, geliebt von Allem, was ſie umgab, ohne Furcht, doch nicht ohne Hoffnung, floß ihr Leben ungetrübt dahin, und die Morgenluft, die ſie umwehete, wurde immer rei⸗ ner und erquicklicher.
Oft ſehnte ſie ſich, der Liebe heilige Welt, die ſie in ſich aufgenommen hatte, dem Manne ihres Herzens darzuſtellen, ehe ſie ſcheide, damit er wiſſe, wie ſie ihn geliebt habe vom erſten Blick an, wie ſie ihn noch liebe, und welchen Segen dieſe Liebe in ihr Daſein gelegt habe. Aber ſie wußte, daß er verlobt, und jetzt vielleicht ſchon der Gatte des von ihm gewaͤhlten Maädchens ſei, und daß er nie nach ihr gefragt, nie irgend eine Erkundigung nach ihrem Schickſal eingezogen, ſchien ihr ein Beweis, daß er das Andenken an ſie ganz verbannt habe, und es nicht zu erneuern wuͤnſche. Sie brachte alſo ſeinem
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