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wuͤrdigen. Ihr ganzes Leben war ein ſtiller Got⸗ tesdienſt dieſer Liebe, die immer mehr Eins wer⸗ dend mit der Liebe des Ewigen, und in ihr ſich, wie der Strom im Weltmeer verlierend, ihr Herz langſam, ſanft und freundlich von der Erde löſete, und die Sehnſucht ihres Buſens nach dem Tode zur echten Tochter der Liebe und der Unſterblichkeit veredelte.
Aber wie eine Lichterſcheinung aus jener Welt trat zu der Einſamen noch hienieden der ſchoͤnſte Engel des Troſtes und der Verheißung, der Engel der Freundſchaft, und Natalie wußte nicht, ob der Glanz, in dem ſich, von ihm erhellt, ihr Leben ver⸗ klaͤrte, das Abendroth dieſer, oder das Morgenroth jener Welt war.
Während ihrer Abweſenheit hatte ſich in der Naͤhe von Gremlin eine Familie angeſiedelt, in de⸗ ren älteſter Tochter, Charlotte, Natalie bald eine Seele auffand, wie ſie reiner, treuer, frommer, un⸗ gefaͤrbter und zarter nie in einem Weibe gewohnt hat. Demuͤthig und einfach, wahr und kindlich, froh und ſtill war der Sinn des Maädchens, ihr Geiſt hell und klar, und in dem ſanften, kindlichen Gemuth ruhte eine Kraft, die dem Leben gewachſen


