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Wahrheit der erſten Gefuͤhle an leere Phantaſien, die ſie auf die Grenzlinie fuͤhrten, wo ein dichteri⸗ ſches Leben ſich von der Wahrheit ſcheidet, mit der es vereint bleiben muß⸗
Ihr Vater nannte ſie ſeit jenem Sprung aus dem Fenſter nie wieder Tochter — nie hoͤrte ſie ſeit jenem Tage ein freundliches Wort von ihm; kaum ſeine Hand durfte ſie kuͤſſend beruͤhren, und noch nie hatte ſie erfahren, wie es ſich in Vaterarmen und an einem Vaterherzen ruhe. Bei Tiſche nur ſah ſie den ihr allein Unfreundlichen, der gegen ſei⸗ nen Sohn und die kleine Eliſe, ihre Schweſter, der liebevollſte Vater war. Alle ihre Beduͤrfniſſe erhielt ſie aus der Hand ihrer Mutter, und wenn der Va⸗ ter Spielzeug oder Näſchereien kaufte, war Natalie nie mit in der Austheilung derſelben begriffen. Sie war ausgeſtoßen aus dem Kreiſe ſeiner Kinder, und ihr Herz wurde unter dem Schmerz dieſes Gefuͤhls ſo weich, daß Alles ſie verletzte. Sie glaubte ſich von Keinem geliebt; ſelbſt die Zaͤrtlichkeit ihrer Mut⸗ ter ſchien ihr nur Mitleid, und der Glaube an Men⸗ ſchenherz, den Kinder ſo rein und ungetheilt haben, war ihr fremd. Die Furcht, zuruͤckgeſtoßen zu wer⸗ den, machte ihr jede Annäherung unmoͤglich, und ihr


