Teil eines Werkes 
3. Band (1830)
Entstehung
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aus, und ihr Kopf wurde ein wahres Chaos von dichteriſchen Ideen und einzelnen wiſſenſchaftlichen Notizen. Ihr Gedaͤchtniß faßte ungeheuer viel, und bei Allem, was ſie las, dachte ſie an ihr kuͤnftiges Leben, und ſuchte es darin zu verweben. So war⸗ ſie nur noch den Jahren nach Kind; aber ihrer Phantaſie, ihrem Herzen, ihrem Gemuͤthe nach ein ſechzehnjaͤhriges, tieffuͤhlendes Mädchen. Schwaͤrme⸗ riſche Religioſität und eine ſtille Wehmuth waren die Grundtöne ihres Weſens, mit denen eine truͤbe, namenloſe Sehnſucht innig verſchwiſtert war. Die vielen Romane, die ſie las, vorzuglich Lafontaine's Werke, die ſie in dieſem Zeitpunkt allen andern vor⸗ zog, machten ſie fruͤh mit dem Gluͤck und mit der Gewalt der Liebe bekannt, und der tägliche Beſuch des Schauſpiels vermehrte noch das Unheil, das ihr unausbleiblich aus dieſer vorzeitigen Kenntniß erwach⸗ ſen mußte. Einzig in den Träumen ihrer Phantaſie lebend, entfremdete ſie ſich ganz der Wirklichkeit, und bald gelang es dieſer Zauberin, ihr eignes Leben, das druckende Verhaͤltniß zu ihrem Vater, die ver⸗ ſtohlne Liebe der Mutter, mit einem Colorit auszu⸗ ſchmuͤcken, deſſen Reiz ihr Erſatz fuͤr die Bitterkeit deſſelben wurde. So verlor ſie ſchon as Kind die