Teil eines Werkes 
3. Band (1830)
Entstehung
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welt auch noch den Nachtheil, daß es ihren Sinn fur einfache Guͤte und ſchimmerloſe Tugend ſchwaͤchte, und ſie ſpaͤter oft verleitete, Ueberſpannung mit Groͤße, Ungewoͤhnlichkeit mit Originalität zu ver⸗ wechſeln. Alle ihre Gedanken und Empfindungen nahmen eine hohe, ſtolze, begeiſterte Geſtalt an, weil ſie glaubte, nur ſo koͤnne und muͤſſe die Tu⸗ gend ſich aͤußern.

Nach ihrer gaͤnzlichen Wiederherſtellung ſandte man ſie in eine franzoͤſiſche Schule. Auch hier ward Prunk mit ihr getrieben, da ſie ſchon nach Verlauf von vierzehn Tagen richtig las; und ihre Mutter erfuhr nun, daß Natalie ausgezeichnete Gei⸗ ſtesanlagen habe. Eifrig ſorgte ſie jetzt fuͤr Lehrer aller Art, und zweifelte keineswegs, daß ſie ihrer Tochter nicht allein eine glänzende, ſondern auch eine Erziehung gebe, die nach ihrer Anſicht nichts zu wuͤnſchen uͤbrig ließ.

Auch jetzt in der Schule blieb Natalie ſehr ein⸗ ſam. Alles, was ſie umgab, drängte ſie mehr in ſich ſelbſt zuruͤck, und ſie verſank ſo in die innere Welt ihrer dämmernden Phantaſien und Träume, daß die Erſcheinungen der aͤußern unbeachtet an ihr voruͤber glitten. Alle ihre Freiſtunden fuͤllte Lectuͤre