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uberließ ſie ſo ſich ſelbſt. Ihren Vater ſah ſie in dieſem kleinen Stuͤbchen nie; ihre Mutter alle Tage mehrere Male, aber außer dieſer und ihrem Arzt weiter keinen Menſchen. Ach, die gute Mutter brachte ihr faſt täglich etwas, woran ſie ſich freuen ſollte, und das leidende Kind war ihrem Herzen näher, denn je. Das Einzige, was Natalie liebte und for⸗ derte, waren Bücher. Sie erhielt deren ſo viel ſie wollte, aus einer Leihbibliothek, und Keiner bekuͤm⸗ merte ſich darum, was ſie las⸗
Unerſattlich gab ſie ſich dieſem Genuß hin, der ihr eine Welt neuer Bilder zufuͤhrte, und in dieſes ſo reizbare, ſo unnatuͤrlich aufgeregte und verletzte * Gemuͤth zogen nun die Heroenbilder der griechiſchen und römiſchen Welt ein. Ihr Inneres erhob ſich in der Begeiſterung fuͤr dieſe Geſtalten, die ihr nicht
fremdartig erſchienen; aber ſie lernte ſie nicht aus Schriften kennen, die fur ihr Alter berechnet waren, und ſo traten die Gräuel entarteter Menſchheit, La⸗ ſter und Verbrechen, in einem Zeitpunkte vor ſie hin, wo der jugendlichen Seele noch Alles als rei⸗ zende Dichtung erſcheinen ſoll, aus der ſich dann
ſpater die Bluͤthe des Ideals entwickelt. Fuͤr Na⸗ talie hatte das Ideale dieſer Heroengeſtalten der Vor⸗


