Teil eines Werkes 
3. Band (1830)
Entstehung
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Weſen aus dem blauen wolkenloſen Fruͤhlingshim⸗ mel freundlich und erquickend an. Nie vergaß Na⸗ talie dieſe Stunde.

Kann aber der Menſch hienieden ſchon getrö⸗ ſtet und freundlich einig mit dem Leben werden, wenn er als Kind ſolche Thränen weint? Na⸗ talie wenigſtens ward es nie.

Sie genas; aber eine große Nervenſchwaͤche blieb in ihr zuruͤck, und von der Schoͤnheit, welche ſie vor dieſer Krankheit unter allen Kindern der Stadt auszeichnete, ſah man keine Spur mehr. Lange noch mußte ſie aus Schwaͤche auf Kruͤcken gehen, und uͤber ein halbes Jahr blieb ſie vollig taub. So von jeder Freude, jedem Spiel der Kind⸗ heit geſchieden, oͤffnete ſich ihr in der Lectuͤre eine neue Quelle des Genuſſes. Ihre Eltern lebten rauſchend geſellig, ſahen viel Geſellſchaft in ihrem Hauſe, und waren noch oͤfter abweſend. Die Mutter konnte, wenn ſie auch gewollt hätte, dieſe Lebensweiſe nicht aͤndern, und da Natalie nicht auf dem gemeinſchaft⸗ lichen Kinderzimmer bleiben konnte, räumte man ihr ein kleines Stuͤbchen ein, deſſen Fenſter auf einen nur ſechs Ellen großen Hof gingen, gab ihr ein eignes, altes, treues Mädchen zur Pflegerin, und