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Antipathie gegen ihn, und dieſe Unnatur legte ſich wie eine Schuld auf die junge Seele. Sie glaubte nun ſeine Haͤrte zu verdienen, und duldete ſie mit ſanfter Ergebung, die aus der Innigkeit hervorging, mit der ſie ſich ſeit dieſer Entdeckung an den Vater hing. Aber eben dieſe Liebe machte ſie gegen ſein hartes Zuruͤcktreten doppelt empfindlich. Oft fiel ſie in einem einſamen Moment ihrer Mutter, die ſie unausſprechlich liebte, weinend um den Hals. Dieſe verſtand ſie nicht, ließ dies unbemerkt hingehen, oder nannte ihr Weinen wohl gar Unart. Viel Guͤte mußte aber die Natur in Nataliens Herz gelegt ha⸗ ben, weil ſie, ſo von allen Seiten gepreßt, doch un⸗ verſtockt und weich, und ſogar gegen den vorgezoge⸗ nen Bruder, dem ſie ein willenloſes Spielwerk ſei⸗ ner Unarten ſein mußte, liebevoll blieb. Nur eine ſonderbare Verſchloſſenheit, und eine fuͤr ihr Alter ungewoͤhnliche Tiefe und Leidenſchaftlichkeit der Em⸗ pfindung kam in ſie.
So ward ſie ſechs Jahr.
Eines Tages wurde ſie wegen einer zerriſſenen Schuͤrze von ihrer Mutter beſtraft. Der Vater trat unerwartet in's Zimmer, und, ohne ſich nach der Urſache zu erkundigen, entriß er der Mutter die


