ich in Amerika war, die Nachricht von dem Tode meines Vaters. Ich hatte ihn mehr und mehr ach⸗ ten und erkennen gelernt, und empfand tief den Schmerz, daß er unverſoͤhnt und unzufrieden mit mir in's Grab geſunken war. Machtig zog es mich nach Europa, zu der Mutter zuruͤck, die immer das Ideal meines Herzens, meine heiligſte und tiefſte Liebe geblieben war. Ein Jahr nach dem Tode mei⸗ nes Vaters kam ich auf unſerm Stammſchloß an, das meine Mutter noch bewohnte, und fand ſie mit einem Menſchen verheirathet, den ich fruher als den Diener meines Vaters gekannt, und ſtots wegen ſei⸗ nes feilen, unwuͤrdigen Charakters verachtet hatte, Ihr Gefuhl bei meinem Anblick war auch Schrecken und nicht Freude; vergeblich beſtrebte ich mich, mei⸗ ner Empoͤrung Herr zu werden, es war mir unmoͤg⸗ lich, ihr dieſe Verbindung zu verzeihenz ich durfte nicht haſſen, nicht ſtrafen, konnte nicht achten, mußte aber noch lieben, mit unſaͤglicher Qual die gefallene entadelte Mutter lieben. Unſer Zuſammenſein war peinlich; meine Naͤhe ſchien ſie wie ein Verbrechen zu druͤcken; ich glaubte, ſie ſchäme ſich vor dem Sohne ihrer Erniedrigung, und um ſie zu ſchonen, entfernte ich mich, ſobald meine Geſchäfte nur eini⸗
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