aber noch fand ich keine darunter, die mir als Gat⸗ tin Erhöhung und Verfeinerung des Lebensgenuſſes zu gewaͤhren, mein Herz auf die Dauer zu feſſeln, meinen Geiſt im anmuthigen Wechſel von Scherz und Ernſt zu beſchaͤftigen vermocht hätte. Oft habe ich dies in Unmuth, oft in zuͤrnender Wehmuth gefuhlt, wenn ſich mein Herz von ſolchen Frauen in widriger Erkältung abwandte und mein Verſtand mir dann demonſtrirte, daß die Ehe, wie jedes an⸗ dere buͤrgerliche Verhältniß, ruhige Beſonnenheit und kuͤhle Berechnung fordere, und ich mich von den romanhaften Ideen entwoͤhnen muͤſſe, ſie als ein großes, leidenſchaftliches Intereſſe im Gehalt meines Lebens aufnehmen zu wollen.
Mein Vater wunſchte mich verheirathet zu ſe⸗
hen. Ich war nicht dafuͤr und nicht dagegen, und
beſchauete mir mit ruhigem Gleichmuth die Tochter des Landes, als Laura Silverhjelm bei Hofe erſchien. Ihr Vater war einer der treueſten Anhaͤnger des verſtorbenen Koͤnigs, deſſen Sohn jetzt der Tochter vergelten wollte, was ihr Vater dem ſeinen geweſen war. Sie iſt ſchoͤn, ihr Geiſt iſt hell und glan⸗ zend, ihr Witz ſcharf und treffend, und da man all⸗ gemein wußte, der König wuͤnſche ſie anſtaͤndig zu


