an ſeinem Daſein nagen und Deine Seufzer in ſei⸗ ner Seele die Verzweiflung wiederhallen!“
„Rein, Leo,“ hauchte Olga mit jenem Ton, deſſen Gewalt uͤber ſeine Seele von jeher unwider⸗ ſtehlich geweſen war, „er iſt nicht ſo ſtrafbar, ich nicht ſo ſchuldlos, wie Du wähnſtz aber ich bin ungluͤcklich und geſtraft genug, um von Dir den Frieden meiner Sterbeſtunde knieend erflehen zu vuͤrfen. Mit unglavblicher Kraft habe ich mein entfliehendes Leben fuͤr dieſe meine letzte Bitte an Dich feſtgehalten, ſo ſehr ich mich auch ſehnte, es freizugeben; verſage mir nicht Ruhe im Grabe, laß Deine Seelengroße nicht mein Todtenopfer wer⸗ den. Beklage mich, traure um mich, aber keine Rache, Leo, keine Rache, die die Reinheit Deiner Seele entwuͤrdigt. Was wiegt auf der Schale unſter Schickſale mein jetziges tiefes Leid gegen die Verſchuldung, von Dir, auf Koſten Deiner Tugend, geraͤcht zu werden? — Laß Deine Rache die edelſte, die ſchwerſte That Deines Lebens ſein; dann wer⸗ den die Bande meines Lebens ſanft ſich loͤſen, und der Engel des Todes mir die Hoffnung zulaͤcheln, Dich jenſeits wieder mein nennen zu duͤrfen.“ —
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