Teil eines Werkes 
1. Band (1830)
Entstehung
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191 ob Olga's Loos ein ſelbſtverſchuldetes und ſie, viel⸗

leicht vom Glanz der Krone geblendet, willig in

Olafs Arme geſunken war, und nur die große, heilig wahre Seele ſeiner Mutter wollte er darum

befragen. Guſtava's Blick drang durch das em⸗

poͤrte Chaos ſeiner Gedanken und Gefuͤhle in das zertiſſene Herz ihres Sohnes, und ſtatt der Ant⸗ wort auf ſeine Frage, oͤffnete ſie ſchweigend die Thuͤr des Nebenzimmers, und aus ihm hervor ſchwankte Olga, marmorbleich, das ſchoͤne Auge, aus dem ihm ſonſt das reinſte Licht der Schoͤpfung entgegen ſtrahlte, ſchon vom Schleier des Todes um⸗ dunkelt.

Ihr Anblick brach ſein Herz; weinend ſtuͤrzte er in die Arme ſeiner Mutter.Unſchuldig! un⸗ ſchuldig! rief er laut zum Himmel empor,ſo ſtirbt kein ſchuldiges Weib! Im Augenblick der Schuld wäre untergegangen in ihrer Seele was dieſe in's Grab zieht! Aber, fuhr er furchtbar drohend fort und trat zu Olga,jede Deiner Thränen ſoll wie Feuer auf ſeinem Herzen brennen, der Wurm, der die Bluͤthe Deines Lebens verzehrt, ſoll giftig