— 179 —
ſpräch mit Arbino von und uͤber dieſe Leidenſchaft des Königs ſittliche Kraft verzehrte, und ihn zu ei⸗ nem immer widerſtandloſern Raub der Verfuͤhrung machte. Ernſt mahnend und ſtrafend trat freilich oft des fernen Freundes, trat ſeines Leo Bild vor ihn hin; doch berauſchender und gefährlicher als je⸗ der andere Zaubertrank iſt der der Koͤnigsgewalt und Königsmacht, und auf eine faſt furchtbare Weiſe ſcheidet das Diadem den, der es traͤgt, nur zu leicht von allen reinmenſchlichen Verhaͤltniſſen ab. Auch Olaf ſah jetzt in dem ehemaligen Freund ſei⸗ ner Seele, und dem Bruder ſeines Herzens doch auch den Unterthan, und lieh gern Arbino ſein Ohr, wenn dieſer ſpoͤttiſch fragte, ob der Mann denn der Gunſt ſeines Koͤniges werth ſei, der ihm nicht ein⸗ mal den Beſitz eines Weibes aufzuopfern vermoͤge? Unmoglich fuhr er fort, kann Tönsberg, wenn er wirklich der Held iſt, den mein Koͤnig in ihm ſucht, ein Maͤdchen mehr lieben, als ſeinen Monarchen. Was kann ſolcher Heldenkraft, ſolcher Heldengroße der Beſitz eines Weibes gelten? Wie reichen Erſas fur eine verlorne Blume wird er in dem Kranze


