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und einen frommen Betrug Deiner kindlichen Liebe! Wenn Du wüßteſt, welche plötzliche Revolution in mir vorge⸗ gangen iſt! Oh! ſiehſt Du, einen Augenblick war ich in eine Art von Ertaſe verſetzt. Ja, während man ſo in meiner Gegenwart mein Andenken ſegnete, ſchien es mir, als ſchwebte meine Seele, befreit von ihren irdiſchen Ban⸗ den, im Himmel, wo ohne Zweifel die Seelen der redlichen Menſchen ſchweben, welche noch hienieden den Ausdruck der Liebe und Dankbarkeit hoͤren, die ſie hinterlaſſen haben. Ach! dieſe Täuſchung war von kurzer Dauer. Ich hatte keinen Antheil an den rührenden Handlungen, für die man mich verherrlichte!“
„Was ſagen Sie, mein Vater! Ohne Sie, ohne Ihre beharrliche Sparſamkeit, wie hätte ich das Gute er⸗ füllt? Hatten Sie mir nicht einen allmächtigen Hebel hinterlaſſen? Mein einziges Verdienſt war, daß ich vieſe von Ihnen um den Preis ſo vieler Opfer, ſo vieler Ent⸗ behrungen concentrirte Kraft gut anwandte; Herr dieſes großen Vermögens, das ich nicht durch meine Arbeit ge⸗ wonnen hatte, begriff ich die Pflichten, die es mir aufer⸗ legte. Die entſetzliche Armuth, die Unwiſſenheit, worunter meine geliebte Frau gelitten, die Gefahren, denen fie dieſe Armuth und dieſe Unwiſſenheit bloßgeſtellt hatten, das grauſame Gebreſte ihrer Pathin, Alles iſt eine Lehre für mich geweſen, und ich, Mariette und Frau Lacombe, wir wollten, ſo viel an uns wäre, den Andern die Drangſale erſparen, unter denen wir ſo viel gelitten.“
„Theures Kind!“
„Das iſt nicht mein Werk, mein Vater, es iſt das Ihrige. Genießen Sie Ihren Ruhm; Sie haben fleißig geſät, ich habe nur eingeſammelt: die Ernte gehört Ihnen.“
Plötzlich wurde die Thüre des Cabinets geöffnet. Floreſtan von Saint⸗Herem trat ein, ſiel Louis mit ſol⸗ chem Ungeſtüm um den Hals, daß er den Vater Richard nicht bemerkte, und rief:
„Umarme mich, Louis; freue Dich! Du biſt mein


