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heſter Freund! Dir die erſte Kunde. Ich zählte darauf, Dich hier zu finden, denn längſt weiß ich, wie Du den Jahrestag des 12. Mai feierſt. Ich wollte auch keine Minute verlieren, um Dich zu benachrichtigen, daß der heilige Ramon ein ſchöner und guter Heiliger wird, denn er hat ſo eben vas unglaublichſte Wunder gethan...“
„Was willſt Du damit ſagen?“
„Vor zwei Stunden war ich voöllig zu Grunde gerichtet, oder wenigſtens bis auf eine Kleinigkeit zu Grunde gerichtetz nun bin ich reicher, als ich je war, und beſonders, als ich je ſein werde! Louis, Goldbergwerke, Silberwerke, Diamanten, um ſie mit der Schaufel umzurühren, fabel⸗ hafte Reichthümer, ein Vermögen, das ſich nach Dutzenden von Millionen zählt. Ohl heiliger Ramon! heiliger Ra⸗ mon! Dein Name ſei gebenedeit! Wie ſehr haben ſie Recht gehabt, Dich heilig zu ſprechen, denn, bei Gott! Du biſt kein Undankbarer!“
„Floreſtan, ich bitte, erkläre Dich!“
„Vor einer Stunde war das Feſt, das ich, wie Du weißt, den würdigen Handwerkern gab, ſeinem Ende nahe. Einer von meinen Leuten meldet mir, eine Frau, die im Fiacre angekommen, habe ſich in meine Wohnung führen laſſen und verlange mich auf der Stelle zu ſprechen; ich gehe hinauf: wen ſehe ich? die Gräfin Zomaloff, eine reizende junge Witwe, welche in acht Tagen den Herzog von Riancourt heirathen ſollte; ſie hatte heute Nacht mein Hotel beſichtigt, um es zu kaufen, und hatte es auch wirk⸗ lich gekauft. Erſtaunt, ſie wiederzuſehen, bleibe ich einen Augenblick ſtumm. Weißt Du, was ſie mir mit dem na⸗ türlichſten Tone der Welt geſagt hat:
„„Herr von Saint⸗Herem, ich bitte tauſendmal um Verzeihung, daß ich Sie ſtöre; ich habe Ihnen nur zwei Worte zu ſagen: Ich bin Witwe und acht und zwanzig Jahre alt; ich weiß nicht recht, warum ich Herrn von Rlancourt zu heirathen verſprach; ich würde dieſe alberne Heirath pielleicht vollzogen haben, hätte ich Sie


