Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 6. Abtheilung, Der Geiz : drei Bändchen (1851) Les sept péchés capitaux
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nehmen, das im Garten unter einem ungeheueren Zelte aufgetragen wurde.

Der alte Mulatte war, immer ohnmächtig, in das Cabinet von Louls gebracht worden. In einer frommen Ehrfurcht für das Andenken ſeines Vaters hatte ſich Louis nicht vom Mobiliar des Zimmers getrennt, das ſie ſo lange gemeinſchaftlich bewohnt: der Tiſch von ge⸗ ſchwärztem Holze, die wurmſtichige Commode, die alter⸗ thümliche Truhe, Alles war beibehalten worden, auch die grau angemalte Lagerſtätte, auf welche man eine ge⸗ ſtevpte Decke geworfen hatte und die Louis Richard als diente. Auf dieſes Lager brachte man den

reis⸗

Eine in Eile angezündete Kerze beleuchtete ſchwach das Cabinet.

Louis, ſobald er hier eintrat, ſchickte einen Diener in eine zum Hauſe gehörende kleine Apotheke, ließ einige geiſtige Mittel fordern und blieb allein bei dem alten Mulatten. Seine dichten weißen Haare ſielen auf ſeine Stirne; ſein ungepflegter langer Bart verbarg beinahe ganz ſein Geſicht. Louis nahm ſeine Hand, um ſeinen Puls zu befragen.

In dieſem Augenblicke machte der Greis eine leichte Bewegung und ſprach ein paar unverſtändliche Worte.

Der Ton dieſer Stimme fiel jedoch Louis auf; er ſuchte die Züge desjenigen, welchem er Beiſtand leiſtete, beſſer zu unterſcheiden: aber das Halbdunkel des Zimmers und die Länge der Haare und des Bartes des Mulatten machten dieſe prüfende Beſchauung fruchtlos.

Plotzlich erhob ſein Gaſt mühſam das Haupt; er ſchaute umher, ſeine Augen hefteten ſich auf die graue, auf eine eigenthümliche Art angemalte Bettſtätte, und er machte eine Bewegung des Erſtaunens; als er aber die durch ihre Form ſo erkennbare Truhe wahrnahm, konnte er ſich der Worte nicht enthalten: