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„Dieſen letzten Willen meines Vaters habe ich ge⸗ wiſſenhaft in der Grenze der Thätigkeitsmittel, die er mir hinterlaſſen, erfüllt. Allerdings iſt das Gute, das er ſo jedes Jahr durch meine Hände übt, wenig, wenn man an die zahlloſen Drangſale der Menſchheit denkt; aber derjenige, welcher alles Gute thut, was er thun kann, und theilte er nur ſein Stück Brod mit ſeinem hungerigen Bruder, handelt, wie er handeln ſoll: er erfüllt die Pflicht, die ihm die Menſchenliebe auferlegt.
„Dieſe Pflicht iſt die jedes rechtſchaffenen Menſchen, und er muß alle ſeine Kräfte anwenden, um ſich dem Ideale durch Handlungen zu nähern. So hat es mein Vater gethan. Ich bin nur das Echo, der Vollſtrecker ſeines edlen Gedankens. Die Ausübung dieſer ruhmwür⸗ digen Pflicht würde mein Leben mit einer Glückſeligkeit ohne Beimiſchung und ohne Grenzen erfüllen, hätte ich nicht den Tod eines ewig beklagten Vaters zu be⸗ weinen.“
Kaum hatte Louis Richard dieſe letzten Worte ge⸗ ſprochen, als ſich ein gewiſſer Tumult in der Menge erhob, von der die Freitreppe umgeben war; der Er⸗ ſchütterung unterliegend, fühlte der alte Mulatte ſeine Kräfte entſchwinden und ſiel bewegungslos in die Arme von denjenigen, welche zunächſt bei ihm ſtanden.
Von der Urſache dieſer plötzlichen Aufregung der Anweſenden unterrichtet, eilte Louis Richard zu dem Greiſe, und um ſich beſſer über ſeinen Zuſtand zu ver⸗ ſichern und ihm raſchere Pflege zu geben, ließ er ihn in ſein im Erdgeſchoße liegendes Zimmer bringen; dann bat er die Neuvermählten, ſich zu dem Abendbrod zu begeben, bei dem ſie ſich mit den Ehepaaren von den vorhergehen⸗ den Jahren verſammeln ſollten. Frau Lacombe und Ma⸗ riette mußten, in augenblicklicher Abweſenheit von Louis Richard, ſeine Stelle beim Präfidium dieſes Mahles ein⸗
Der Geiz. 13


