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da er in ſeinem Anerbieten eine Bitte um ein Almoſen ſah, legte ihm der junge Mann ein Geldſtück in die Hand und ſagte gutherzig zu ihm:
„Nehmet und betet zu Gott für den Vater Richard.“
Der Greis ergriff gierig das Geldſtück, drückte es an ſeine Lippen und küßte es, abermals in Thränen zerfließend.
Dieſer ſeltſame Vorfall wurde von Louis Richard nicht wahrgenommen; er verließ die Kirche wie der ganze Zug, und ein großer Theil der Zuſchauer wandte ſich nach dem, was man in Chaillot das Haus des guten Gottes nannte.
Gelähmt durch eine tiefe Gemüthserſchütterung, ſtützte ſich der alte Mulatte mühſam auf ſeinen Stock und wandte ſich nach dem Hauſe des guten Gottes.
XXI.
Das Haus des guten Gottes ſtand auf den letzten Höhen von Chaillot in einer eben ſo freundlichen, als geſunden Lage; ein großer, ſchattenreicher Garten um⸗ gab die zierlich einfachen Gebäude.
Dieſe Mainacht war voll Milde und Heiterkeit; die Frühlingsdüfte erfüllten die Luft mit Wohlgerüchen, zahl⸗ reiche Gasflammen erleuchteten den bedeckten Gang, der nach dem Hauptgebäude führte, vor dem ſich eine Frei⸗ treppe von einigen Stufen erhob.
Der alte Mulatte folgte dem Zuge; er ſah, wie er ſich in der Stille im Halbkreiſe um die Freitreppe auf⸗ ſtellte, denn kein Saal hätte den Zuſtrom der Menge aufnehmen können.
Bald trat Louis Richard, wie er dies in jedem Jahr zu thun pflegte, auf die Freitreppe vor und ſprach mit be⸗ wegter Stimme und warmem Tone folgende Worte:
„Meine Freunde, es ſind in dieſer Nacht fünf Jahre,


