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Ceremonie ſehen, und hernach koͤnnen Sie bis zum Heuſe des guten Gottes gehen; denn heute Nacht iſt Jedem der Eintritt geſtattet.“
„Ich danke Ihnen für den Rath, mein Herr, und ich werde ihn befolgen,“ ſagte der alte Mulatte, während er ſeine Thränen abwiſchte und mit ſeinem Cicerone in die Kirche eintrat.
Die Menge war ſo gevrängt, daß der Greis darauf verzichten mußte, in die erſte Reihe der Zuſchauer zu ge⸗ langen, welche beim Eingang des Chors verſammelt wa⸗ ren; doch ein Augenblick der Ueberlegung tröſtete ihn bald, und er ſtellte ſich zum Weihkeſſel unfern von der Kir⸗ chenthüre.
Während die Trauungsfeierlichkeit, an der alle An⸗ weſende in tiefer Sammlung des Geiſtes Theil nahmen, vollzogen wurde, drückte die Phyſiognomie des Mulatten eine ſeltſame Gemüthsbewegung aus; er ſchien in eine Art von Extaſe verſunken, als hätte ihm eine plötzliche Enthüllung unermeßliche, blendende, jedoöch bis jetzt vor ſeinen Augen verſchleierte Horizonte geöffnet; nach einer Minute flillen, aber inbrünſtigen Gebetes kniete er auch mit gefalteten Händen nieder, und ſein Haupt mit den weißen Haaren fiel auf ſeine Bruſt.
In der Kirche herrſchte ein feierliches Stillſchweigen; plötzlich ließ die ernſte und wohlklingende Stimme des Prieſters, der am Altar ſein geiſtliches Amt verſah, die Worte hoͤren, die er an die Neuvermählten richtete: Und nun, da Euer Bund durch Gott geheiliget iſt, junge Gatten, ſetzt das redliche und arbeitſame Leben fort, durch welches Ihr Euch das Gluͤck verdient habt, das Ihr genießen ſollt; vergeßt nie, daß Ihr dieſe gerechte Belohnung für Eure Würde in der Armuth, für Euren Muth in der Arbeit einem mit der zarteſten, mit der weiſeſten Zuneigung für ſeine Brüder begabten Manne verdankt; denn getreu den Pflichten des wahren Chriſten hat er ſich nicht als den Herrn, ſondern als den Pfleger


