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„Bei meiner Treue, wenn man ſo gut ausgeſteuert wird, ſo kann man wohl darüber weggehen.“
„Wer wird denn zu dieſer Stunde heirathen, meine Herren?“ fragte der Mulatte; „von was für einer ſon⸗ berbaren Hochzeit ſprechen Sie?“
„Man ſieht, mein braver Mann, daß Sie nicht aus dem Quartier find!“
„In der That, mein Herr, ich bin ein Fremder.“
„Das iſt etwas Anderes! ſonſt wüßten Sie, daß es die Hochzeit der Sechs iſt, welche ſeit vier Jahren in der Nacht vom 11. auf den 12. Mai ſtattfindet.“
„Vom 11. auf den 12. Mai,“ ſagte der Greis bebend zu ſich ſelbſt; und er fragte weiter:
„Aber, mein Herr, warum nennt man vieſe Hochzeit die Hochzeit der Sechs?“
„Weil jedes Jahr ſechs junge Mädchen Hochzeit haben, von denen jedes mit zehntauſend Franken ausge⸗ ſteuert wird.“
„Ausgeſteuert . . durch wen?“
„Durch den Willen eines vor fünf Jahren verſtor⸗ benen würdigen Mannes, deſſen Name in Chaillot ebenſo volksthümlich und geſegnet iſt, als der des blauen Män⸗ telchens in Paris.“
„Und,“ fragte der alte Mulatte mit einem leichten Zittern in der Stimme, „wie heißt der würdige Mann, in deſſen Namen man ſo freigebig Mädchen ausſteuert?“
„Er heißt der Vater Richard, mein Herr,“ ant⸗ wortete mit einem ehrerbietigen Ausvruck die Perſon, welche der Greis befragte.
Nur mit Mühe ſeine zunehmende Erſchütterung be⸗ wältigend, fuhr dieſer fort:
„Und warum thut dieſer Vater Richard ſo viel Gu⸗ tes nach ſeinem Tode?“
„Ei! weil es ſeine Idee war, und weil er einen wackern Sohn, Herrn Louis Richard, hat, der gewiſſen⸗ haft den letzten Willen ſeines Vaters vollzieht. Ah! das


