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iſt ein anderer würdiger Mann, dieſer Herr Louis. Je⸗ dermann weiß, daß er, ſeine Frau und ſein Kind mit höchſtens drei bis viertauſend Franken jährlich leben, und ſie müſſen doch vom Vater Richard ein gewaltiges Ver⸗ mögen geerbt haben, um jedes Jahr ſechs Mädchen jedes mit zehntauſend Franken auszuſteuern, abgeſehen von den Koſten für die Schule und das Haus des guten Got⸗ tes oder des Vater Richard, wenn Sie lieber wollen.“
„Verzeihen Sie der Neugierde eines Fremden, mein Herr; aber Sie ſprechen von einem Hauſe genannt das Haus des guten Gottes, von einer Schule?“
„Ja die Schule des Vater Richard. Frau Mariette leitet ſie.“
„Frau Mariette?“ verſetzte der Greis, „wer iſt das 2“
„Die Frau von Herrn Louis Richard. Dieſe Schule iſt geſtiftet für fünfundzwanzig kleine Knaben und fünfund⸗ zwanzig kleine Mädchen, die darin bis zum Alter von zwölf Jahren bleiben, um welche Zeit ſie in die Lehre bei ausgeſuchten Meiſtern eintreten; die Kinder werden geſpeiſt; man gibt ihnen überdies einen Anzug für den Winter und einen für den Sommer; ferner erhalten ſie noch jedes zehn Sous täglich. Auf dieſe Art ſind die Eltern, ſtatt es zu machen, wie ſo viele Andere, welche, von der Armuth bedrängt, ihre Kinder zu frühe in die Lehre geben, dabei intereſſirt, daß ſie ihnen Unterricht er⸗ theilen laſſen.“
„Und es iſt die Frau von .. Herrn Louis Richard, welche dieſe Schule leitet?“
„Ja, mein Herr; und ſie ſagt, ſie ſinde um ſo mehr Vergnügen daran, als ſie vor ihrer Verheirathung eine arme Arbeiterin geweſen ſei und weder ſchreiben, noch leſen gekonnt habe, und unter dieſem Mangel an Bildung habe ſie ſo grauſam gelitten, daß ſie ſich glücklich fühle, im Stande zu ſein, es zu verhindern, daß Andere leiden, was ſie gelitten. Dies, mein Herr, iſt die Schule des Vater Richard.“


