Teil eines Werkes 
Die sieben Todsünden : 6. Abtheilung, Der Geiz : drei Bändchen (1851) Les sept péchés capitaux
Entstehung
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des Nachts auf dem Boden ausgebreitete Matraze diente als Lager für Mariette; ein Arbeitstiſch, eine alte Com⸗

mode, zwei Stühle, einiges über dem Kamine hängendes

Haushaltungsgeräthe, dies war die Ausſtattung der, in⸗

deſſen äußerſt reinlichen, Wohnung, welche nur ſpärlich

vurch ein kleines Fenſter vom düſtern, übel riechenden Hofe

aus erleuchtet wurde.

Frau Lacombe (ſo hieß die Kranke) war ein großes Weib von ungefähr fünfzig Jahren, von einer entſetzlichen Magerkeit und Bläſſe, mit einem unangenehmen, harten Geſicht; ein bitteres, höhniſches Lächeln, verurſacht durch die fortwährenden widrigen Empfindungen des Schmerzes, zog unabläßig ihre bleichen Lippen zuſammen; beinahe ent⸗ zwei gebogen in ihrem Bette, ſah man von ihr außerhalb nun ihren mit Leinwand umwickelten, verſtümmelten Arm und ihr gallſüchtiges Geſicht, das eine alte Haube umſchloß, aus der ſtellenweiſe lange, graue Haare herporſtanden,

Frau Lacombe ſchien gerade leidend und zornig; ihre hohlen Augen glänzten von einem düſtern Feuer. Sie ſtrengte ſich an, ſich umzudrehen, damit ſie Mariette beſſer ſehen könnte, und rief mit drohender Stimme:

Woher kommſt Du?

Meine Pathin, ich

Straßenläuferin!. . Du läſſeſt mich abſichtlich allein, um mich raſend zu machen, nicht wahr?

Ich bin kaum eine Stunde ausgeblieben, meine Pathin.

Und Du hoffteſt, mich todt vor Wuth bei Deiner Rückkehr zu finden, wie?

Ohi mein Gott, mein Gott!

Ja, immerzu! weinerliches Ding. Ich laſſe mich nicht hintergehen. Du biſt meiner überdrüſſig! Der Tag, an welchem man meinen Sarg zunagelt, wird ein Feſttag für Dich ſein und auch für mich, denn das heißt zu viel ausſtehen! Nein, fügte dieſe Unglückliche bei, indem ſie mit der Hand nach ihrer Bruſt fuhr und einen