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zgt von Ihrem guten Herzen; doch Ihre Pathin iſt dar⸗ m nichtsdeſtoweniger ſchlimm wie eine Heimtückiſche. lrmes Mädchen! man darf es wohl ſagen, Sie machen zhr Fegefeuer zum Voraus durch, und wenn es kein Pa⸗ adies gäbe, ſo wären Sie beſtohlen!“
ſi Tag, Frau Juſtin, ich gehe raſch zu uns inauf.“
„Warten Sie doch einen Augenblick, ich habe da einen Brief für Sie.“
„Einen Brief?“ rief Mariette, welche purpurroth purde und ihr Herz vor Freude und Hoffnung ſchlagen ühlte. „Einen Brief aus der Provinz?“
„Ja, Mamſelle, er iſt von Dreux geſtempelt und koſtet ſechs Sous. Hier iſt er. Auf der Ecke des Unſchlags ſteht: ſehr preſſant.“
Mariette nahm raſch den Brief und ſteckte ihn in ihren Buſen; dann zog ſie ihre kleine Börſe, holte das letzte Zehnſousſtück heraus, das ſich darin fand, und be⸗ zahlte die Portiére, die ihr ihren Schlüſſel gab.
Die junge Perſon ſtieg raſch in ihre Wohnung hin⸗ auf, zugleich gluͤcklich, traurig und ängſtlich; glücklich, einen Brief von Louis erhalten zu haben, ängſtlich wegen der Bedeutung der Worte: ſehr preſſant, die, wie die Portiére geſagt hatte, auf einer Ecke des Umſchlags ſtan⸗ den; traurig endlich, weil ſie vielleicht mehrere Stunden würde warten müſſen, ehe ſie erführe, was ihr Louis ſchrieb, denn ſie hatte bange, abermals abweſend zu ſein, nachdem ſie ihre Pathin ſo lange allein gelaſſen.
Mariette erreichte endlich den fünften Stock dieſes verfallenen, traurigen Hauſes, welches beſtändig durch das mit Unrath gefüllte Waſſer verpeſtet wurde, vas ſich in den an jedem Ruheplatze angebrachten bleiernen Rinnen ſammelte. Mit gewaltigem Herzklopfen öffnete ſie die Thüre der armſeligen getäfelten Stube, die ſie mit ihrer Pathin bewohnte. Dieſe lag in dem einzigen Bett, das die zwei Frauen beſaßen. Eine ſchmale, nun in einer Ecke aufgervllte,


